Zum Thema Spenden für Johannes

Beim Vorstand ist die Bitte aufgeschlagen, das man sich als NRW-Vorstand doch bitte von Johannes Ponader und seiner Spendenaktion distanzieren möge. Meine Halsschlagader nahm daraufhin die Form und Fülle einer Bockwurst an, und ich antwortete mit der mir verbliebenen Sachlichkeit und Ruhe folgendes:

Guten Tag xyz,

vorab: der Vorstand der Piratenpartei NRW besteht aus 9 Personen. Entsprechend gibt es hier auch 9, teils ähnliche, teils abweichende, Meinungen zu dieser Angelegenheit. Davon ab fragen wir uns weiterhin, warum unsere persönliche Meinung von gesteigertem Interesse sein mag, ein Piraten-Vorstand ist verwaltend tätig, nicht gestaltend. Aber seis drum, ich werde hier mal meine persönliche Meinung kundtun.

Ich kenne Johannes seit er der Partei beigetreten ist in Chemnitz, als wir den Satzungsänderungsantrag GP050 beschlossen haben. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, er war auf dem ersten sozialpolitischen Barcamp in Soest das ich organisiert hatte, wir haben zusammen die Sozialpiraten gegründet und stehen auch jetzt in regem Kontakt. Ich schätze Johannes, als Mensch, als Pirat, als politischen Geschäftsführer.

Und jetzt zur Sache: Es ist ein Witz, das wir als große Partei welche in mehreren Bundesländern im Landtag sitzt unsere Funktionäre nicht bezahlen wollen und können. Social Payment / Crowdfunding ist hier eine durchaus überlegenswerte Lösung. In so fern stehe ich voll und ganz hinter der Spendenaktion, finde allerdings die Bezeichnung BGE in der Sache nicht unbedingt dienlich. Die Torpedierung der Aktion aber, die gerade stattfindet, kann ich absolut nicht gutheissen. Wir verbrennen Reihenweise gute Leute, die sich dann für Arschtritte auch noch zu bedanken haben.

Neid und Missgunst, welche gerade die Diskussion anfachen und Dominieren, finde ich schlicht und ergreifend zum kotzen. In dieser Partei, mit diesem Programm, haben Sozialdarwinisten keinen Platz.

Gruß,
Sven Sladek, Vorsitzender der Piratenpartei NRW

20 Kommentare zu “Zum Thema Spenden für Johannes”

  1. Marcus Moeller sagt:

    Dem kann ich nur zustimmen!

  2. Radbert sagt:

    Aber hallo!

  3. Markus sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen, volle Zustimmung.

  4. [...] Beim Vorstand ist die Bitte aufgeschlagen, das man sich als NRW-Vorstand doch bitte von Johannes Ponader und seiner Spendenaktion distanzieren möge. Meine Halsschlagader nahm daraufhin die Form und Fülle einer Bockwurst an, und ich antwortete mit der mir verbliebenen Sachlichkeit und Ruhe folgendes:  [...]

  5. Stahlrabe sagt:

    Bravo!

  6. Peter Wittfeld sagt:

    Du hättest ruhig deutlicher sagen können, dass diese Idioten besser in der FDP aufgehoben wären.

  7. Jakob Juergen sagt:

    Wo kann ich unterschreiben?

  8. Michael Ebner sagt:

    GP050 war ein Programm- und kein Satzungsänderungsantrag, zum Rest Zustimmung

  9. André (Husky) sagt:

    Sorry Fizz und Co.,

    aber diese Argumentation reicht mir nicht aus. Das ist Sand in die Augen streuen und keine ehrliche Diskussion. Ihr lenkt mit der Argumentation ab vom Problem!

    Ja, wir müssen diskutieren, streiten und debattieren ob wir bestimmte Posten (u.a. den PolGf) bezahlen müssen/wollen/sollen.
    JA, das ist richtig und wichtige und EINE Diskussion.

    Diese unsägliche “BGE für Johannes” Aktion ist eine ganz andere Diskussion und hat nichts aber absolut nichts damit zu tun.
    Ich würde ich mir daher vom LV auch etwas mehr Mut wünschen.

    Wir Basis-Piraten bekommen auf den Stammtischen für diese Aktion einen drauf und können sie nicht einmal vernünftig kommunizieren, da im Wiki (http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer_Diskussion:Johannesponader/Crowdfunding) niemand auf die Diskussion eingeht.

    Es gibt keine Transparenz über die Aktion (Ziele, Aufbau, Imitatoren … einzig es gibt ~20 Zeilen Text!)
    Das ist so nicht vernünftig zu verkaufen an die interessierten Bürger und das bekommen wir zu spüren, insb. wenn man sich nicht über Stunden in die Thematik einließt!

    Jeder AK schreibt Protokolle und bei so einer Aktion passiert nicht?! Nunja…

    Immerhin wurde das Wort (die Beschreibung – wie ich gerade sehe) in “Crowdfunding” umgeändert … Hurra, noch ein Wort was niemand erklären kann.

    Johannes macht einen super Job für die Piraten, eine Frage und wer helfen möchte, soll das bitte tun, auch gerne finanziell …

    ABER NICHT so …
    Wenn so, dann bitte im großen Rahmen für viele ehrenamtliche Piraten die etwas tun und dann nach einem Schlüssel an alle verteilen.

    Das ist jetzt hier eine absolute Fehlentwicklung, da Spenden auch bei “Missfallen” schnell zurück genommen werden können. Ihr bringt Johannes in Abhängigkeiten oder zu mindestens macht Ihre ein Feld für Angriffe auf.

    Total kontraproduktiv!

    Euer
    husky_38 (Twitter)

  10. Richard sagt:

    Es gab, es gibt und es wird noch geben. Viele Ponaders in unserer Partei.

    Als ran an die Arbeit und einen Finanzierungsplan ausarbeiten die diese Ponaders und wie die sonst noch heißen mögen, unterstützen bei der Arbeit. Und nicht alles muss Geld sein. Mehr Zuarbeit für die Personen die nach außen hin auftreten, würde die Sache deutlich entspannen.
    Nicht das diese Sache sonst noch ein Geschmäkle gibt.

  11. FREAKSHOW sagt:

    Also ich kann mich da dem André anschließen und ich finde eher solche Texte zum k…

    “Neid und Missgunst, welche gerade die Diskussion anfachen und Dominieren, finde ich schlicht und ergreifend zum kotzen. In dieser Partei, mit diesem Programm, haben Sozialdarwinisten keinen Platz.

    Gruß,
    Sven Sladek, Vorsitzender der Piratenpartei NRW”

    SORRY, aber das ist wieder so ein typischer Fall, wo *Kritiker* mit einer, leider in Deutschland typischen, *Keule* erschlagen werden, nur weil das Interesse oder schlicht die Fähigkeit zu einer sachlichen Diskussion des Keulenschwingers fehlt!

    Lieber Sven, eine Sache wird nicht besser, nur weil du mit solchen Worten um dich keulst, anstatt dich der sachlichen Diskussion zu stellen, das die Aktion ansich extrem Sche… gelaufen ist und das hat weder etwas mit der Person vom Johannes zu tun noch mit NEID sondern schlichtweg mit einer Aktion, die unüberlegt, zur Unzeit mit Begriffen wie bGE, Grundeinkommen kokettiert und dann noch den Johannes und die PIRATENPARTEI da reinzieht, wenn du es so nicht erkennen kannst oder verstehen willst?!

  12. Sven Scholz sagt:

    Word, Herr Namensvetter. Sowas von.

  13. Kurt sagt:

    Husky bringt es unaufgeregt auf den Punkt.

    Ich fand Deinen Blogg bis zum Ende eigentlich recht gut. Was ich jedoch gar nicht schätze ist die Aussage wer nun Mitglied in dieser Partei sein darf und wer nicht. Wenn wir mal alle die rauswerfen, die nach einer randomisierten Umfrage bei 10 Piraten derer Meinung nach hier nichts zu suchen haben, können wir den Laden dicht machen.

    Ich fände es also schon flauschig wenn hier der Vorstand mit gutem Beispiel vorangeht und solchen Reflexen nicht frönt.

    Ahoi so long

  14. Zafolo sagt:

    manche sind echt von guten geistern verlassen. Neidisch auf jemand der für nichts schuftet zugunsten gemeinsamer anliegen und Hilfe bekommt wenn man ihm Probleme macht? Was für ne degenerierte horde

  15. Johanne Naber sagt:

    Volle Zustimmung auch von mir!

  16. OLGR sagt:

    Moin.

    Fataler als die Sache selbst ist die neo-liberale Geisteshaltung, die hinter den Kritikern steht. Du hast völlig Recht von Neid und Missgunst zu sprechen.
    Das sind die Zeichen einer zunehmend – als realistisch und sachlich argumentativ getarnten – Unterwanderung durch Menschen, die die Ziele der Partei nicht verstanden haben oder sich bereits von den Agitatoren haben beeinflussen lassen.

    Cool bleiben, Leute – und back to the roots!
    Johannes tut seinen Job und ich helfe Ihm, wo ich kann. Natürlich verfolgt er auch eigene Ziele, aber das tut jeder von uns. Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.

    MfG

    Oliver

  17. André (Husky) sagt:

    @Oliver
    Wir haben bei uns in Lippe auch sehr engagierte Piraten, die auf jeden Cent achten müssen und die zum Teil an den Stammtischen nicht teilnehmen können/wollen, da man dort ja was verzehren muss (+ Sprit um hin zu kommen).

    Wirst Du denen auch helfen?

    Du kannst unserem KV gerne eine Spende bereitstellen und ich verbürge mich dafür, dass es diesen Leuten zu Gute kommt. (Ohne das da großes Aufhebens drum gemacht wird.)

    Wir freuen uns auf Deine Unterstützung, denn wir “tun auch unseren Job!”

  18. OLGR sagt:

    @André

    Grundsätzlich:
    Spenden für eine Idee, eine Organisation, eine Bewegung, das sind Spenden. Gelder, bei denen ich nicht die Verwendung explizit vorschreibe. Besonders dann nicht, wenn ich sie eigentlich einer Organisation zukommen lasse. Geldzahlungen die zweckgebunden sind… Das ist Sponsoring oder einfach Lobbyismus. Ich lehne dieses grundsätzlich für mich ab.
    siehe: https://olgr.wordpress.com/2012/07/29/die-perversion-der-spende/

    Du schreibt in “Wir” und “Uns” und suggerierst der Vertreter von Vielen zu sein. Ich frage Dich nicht nach Deiner Legitimation, aber weise darauf hin, dass ich nur für mich sprechen kann.

    Des weiteren hast Du Dir von meinem Beitrag den Teil heraus gepickt, der Dir genehm ist. Wenn man aber eine Meinung vertritt, so sollte man bereit sein, Kritik an Ihr entgegen zu nehmen.

    Natürlich helfe ich jedem, wo es mir möglich ist. Das ist meine Grundeinstellung, die der neoliberalen nachhaltig entgegen steht. Bezeichnend ist für mich jedenfalls Deine Gleichsetzung von “Hilfe” mit “Geld”.

    Wir haben auch im Norden Piraten, die Hilfe brauchen, und die bekommen sie. Solidarisch, von vielen, die hier die gleichen Ziele verfolgen – auch PIRATEN genannt… ;-)

    Es ist schlimm, dass es Einigen so dreckig geht. Es ist schlimm, dass Menschen kaum genug für ein menschenwürdiges Leben haben. Es ist unwürdig. Und es ist Zeit sich dagegen aufzulehnen: Gegen das System und nicht gegen irgendeine gefühlte private Ungerechtigkeit, weil’s gerade in der BILD steht…

    Denn es ist purer Neid, wenn man moniert, dass jemand anderem geholfen wird. Statt sich einfach für denjenigen zu freuen. Ich kann mir keinen Ferrari leisten, aber neide ihn auch keinem. Wenn ein Freund ein neues Auto kaufen kann, dass Freue ich mich einfach für Ihn.

    Den Neid der Besitzlosen auf den der minimal besser gestellten zu schüren (und umgekehrt) ist die Masche derer, die das System seid langer Zeit auf Kosten der Gesellschaft – auf Kosten von Dir und Mir – ausnutzen.

    Eine Krankheit bekämpft man nicht, wenn man die Medizin verweigert. Und wenn man sie Anderen neidet, so ist das egoistisch und unmenschlich. Eine Krankheit bekämpft man letztendlich nur, wenn man die Ursache bekämpft.

    Abschließend zum Thema hohe Kosten von Stammtischen: Wir sind Internet und treffen uns häufig im mumble. Das hat den Vorteil, die Kosten zu reduzieren. Es gibt auch noch andere (offline) Mittel und Wege die Kosten zu senken. Es bedarf nur ein wenig Kreativität und einem guten Willen.

    Liebe Grüße,

    Oliver

  19. André (Husky) sagt:

    Hi Oliver,

    Du hast nicht verstanden (habe mich da vielleicht nicht gut ausgedrückt, wer weiß) was ich sagen wollte.

    Unsere Leute hier in Lippe sind auch alles “Johannes Ponaders”, sprich Piraten die Arbeit leisten, aber ebenfalls Unterstützung, in diesem Fall von mir aus finanziell, benötigen würden.

    Die kommen jedoch nirgends wo vor. Es fokussiert sich alles auf Johannes, der durch seine Stellung durchaus einen positiven Outcome erzielt. (vgl. Gagen, berufliche Perspektiven, Netzwerke, etc.)
    Diesen Outcome und diese Möglichkeiten habe alle anderen nicht.

    Das ist vollkommen wertfrei, weder gut noch schlecht!

    Wie dem auch sei, lass Dir noch bitte gesagt sein, dass die “Neid-Keule” überhaupt nicht zu trifft.
    Ich neide Johannes gar nichts und ich freue mich für ihn, das er so beliebt ist.

    Ich finde aber die Aktion FALSCH, ich finde die Intention FALSCH und ich finde die Energie, die sie verschlingt, wäre in anderen Bereichen sinnvoller angelegt gewesen.

    Meine offenen Fragen bleiben offen, damit muss ich leben! :)

    PS: Meine Quintessenz ist, das wenn wir Piraten ehrlich und fair wären, wir uns überlegen müssten, ALGII Empfängern die Kandidatur für “zeitraubende” Posten zu verbieten.
    Das wäre konsequent den “Quatsch” zu Ende gedacht …

    UND DAS KANN NIEMAND WOLLEN!

  20. Peter (Samsa) sagt:

    Danke für den Artikel und verzeih wenn ich ihn zur Werbung nutze, aber genau dies ist der Grund warum wir eine Flauschcon organisieren.
    http://flauschcon.de/

Kommentiere Michael Ebner