Lustige Analogien sind lustig

Ich musste ein wenig schmunzeln als ich den Artikel “Was die Autoren umtreibt” von Juli Zeh und Ilja Trojanow bei der FAZ gelesen habe. Dort heißt es: “In der Logik des Arbeitskampfs wäre das so, als wollte ein Fließbandarbeiter bei Opel sein Recht auf Bezahlung gegen die Autokäufer verteidigen”.

Führen wir das doch mal weiter aus, es gibt ja schon seit längerem diesen Vergleich “Wenn General Motors so rasche technologische Fortschritte machen würde wie die Computerindustrie” von Bill Gates, bzw. die Antwort darauf von Jack Welch. Zu Büchern fällt mir allerdings nicht so ganz viel ein, stellen wir uns aber mal vor, das Auto wäre ein Lied, ein Stück Musik.

Der Fabrikarbeiter baut nun also sein Auto. Er baut freilich nur eines, der Rest ließe sich mittels 3D-Druckern nur zu Materialkosten replizieren. Das funktioniert problemlos und wartungsfrei bis 70 Jahre nach dem Tod des Erbauers, es ändert sich auch nichts an der Technik. Diese Duplikate werden nun von Autohändlern verkauft. Der Käufer muss allerdings nochmal Lizenzgebühren an den Autohändler zahlen, wenn er jemanden in seinem Auto mitnimmt. Also, jedesmal. Der Händler gibt einen Teil der Gebühren an den Arbeiter ab.

Wenn der Arbeiter mit seinem Original-Auto auf eine Messe fährt und es dort ausstellt, bekommt er Geld von den Messebesuchern. Ebenso bekommt er einen Anteil von verkauften T-Shirts, auf denen sein Auto abgedruckt ist. Oder Modellen, so für Eisenbahn-Dioramen oder Spielzeug. Völlig egal. Der Arbeiter bekommt für all das Geld.

Also baut der Arbeiter in seinem leben so 50 Autos, von denen vielleicht 5 so richtig toll sind, und lebt danach in Saus und Braus bis an sein Lebensende, weil die Kohle für die einmal geleistete Arbeit ja immer weiter fließt. Oh und auch seinen Kindern und Enkeln geht es nicht schlecht, denn das ganze funktioniert ja bis der Arbeiter bereits 70 Jahre unter der Erde liegt.

Das wünscht sich natürlich jeder, einmal anstrengen, danach ausruhen. Leider ist die Welt nicht so. Schade.

Was denkst du?