Der Nicht-Vorstand

In den letzten Tagen ist viel passiert. Viel dummes, was so nicht hätte sein müssen. Gelegen hat es an mit Arbeit überfrachteten Vorständen die viel machen und denen dabei nun mal auch Fehler unterlaufen. Und einer viel größeren Menge von Piraten, die quasi dazu verdonnert sind, dabei zusehen zu müssen. Und denen das nicht passt.

Warum machen wir das nicht andersrum? Es gab im LV schon mal eine recht gut funktionierende AG Verwaltung, mittlerweile findet die sich nur leider noch im Archiv. Es gibt eine vitale AG Technik, es gibt eine vitale AG Öffentlichkeitsarbeit, es gibt eine AG Werbemittel, es gibt eine AG Events. Warum also sollte die ganze Arbeit am Vorstand haften bleiben?

Schauen wir uns doch mal an, was der Vorstand so macht. Abstimmung darüber ob der PShop und der Feuerwehrverband einen Stand haben dürfen auf dem LPT. Geschenkt, kann man im Liquid abstimmen. Presseberater für die Listenkandidaten. Soll sich die ÖA und die Listenkandidaten selbst drum kümmern. Demos gegen Bestandsdaten. AG Events. Mumbleserver NRW. AG Technik. Auskunft Finanzmittel KV – hier müssten man eine neue AG gründen, ich nenn sie mal AG Finanzen. Aufnahme neuer Mitglieder – auch neue AG Mitgliederverwaltung. Einrichtung Postfach – AG Finanzen. Warum kümmern wir uns um sowas überhaupt? Völliger Unsinn.

Jeder dem irgendwo der Schuh drückt kommt zum Vorstand. Warum ist das so? Wollten wir nicht anders sein, selbstorganisiert, mit dem piratigen Mandat ausgestattet?

Alles in allem könnte man die gesamte Tagesarbeit auf Arbeitsgruppen umlegen, noch ein paar dazu gründen und fertig ist der Lack. Einladungen zu Mitgliederversammlungen, wenn das kein Büropirat oder KV machen kann, dann könnte das auch eine AG Mitgliederverwaltung erledigen. Streitereien an einem Stammtisch die eskalieren? Jo, AG Shitstorm anrufen, für den Antrag auf eine Ordnungsmaßnahme die AG Recht.

Entscheidungen könnten allesamt im Liquid gefällt werden. Anfragen müssten von einer Arbeitsgruppe entsprechend sortiert und in die AGen gekippt oder im Liquid eingestellt werden. Alles, wozu man dann noch einen Vorstand benötigen würde wäre abnicken. Und wenn es dann irgendwo klemmt muss sich eine AG eben vergrößern oder die Arbeitsweise ändern.

Ich will also künftig am liebsten einen Vorstand, dessen einzige Aufgabe es ist, vorgefertigte und durchgestimmte Anträge abzunicken, ohne Diskussion. Am besten sollte dieser nicht mal in einer der AGs tätig sein. Dann braucht auch keiner mehr schimpfen.

8 Kommentare zu “Der Nicht-Vorstand”

  1. Slash sagt:

    Ja, find’ ich dufte.
    Da müsst’ man nur zusätzlich noch ein entsprechend transparentes Portal haben, das Leuten klar vermittelt, wen sie wie mit ihrem Anliegen addressieren müssen.

  2. Stahlrabe sagt:

    Es wird auch Dinge geben, die man nicht delegieren kann. Dinge, die Haftungsfragen nach sich ziehen, für die der LaVo im Zweifel schon allein aus dem Parteiengesetz heraus den Kopf hinhalten muss. Für solche Entscheidungen hat eine AG keine Legitimation.
    Für diese Dinge wünsche ich mir vorbehaltlose Unterstützung der Basis für diejenigen, die sie gewählt haben. Verantwortung und (Entscheidungs-)Kompetenz gehen Hand in Hand. Man kann nicht einerseits Verantwortung auf eine Handvoll Personen delegieren, ohne ihnen andererseits die Möglichkeit zu geben, im Rahmen dieser Verantwortung eigenständig zu entscheiden.
    Ich finde nach wie vor, Ihr habt Eure Sache gut gemacht, und auch wenn Fehler passiert sind, war die Reaktion auf diese einfach grotesk.

    Gruß, Stahlrabe

  3. Marcus sagt:

    @Stahlrabe wo wir wieder genau bei klassischer Politik wären: wählen und dann blind vertrauen.

    Schonmal darübernachgedacht, dass die Form Partei nicht die richtige sein könnte?

    In der Realpolitik geht es nunmal in erster Linie um Macht, nicht um Themen.

  4. @KhainsHand sagt:

    Moin Cheffe,

    grundsätzlich bin ich da bei Dir, jedoch ist es nicht sooo leicht wie es sich liest.. Vor allem würde die Umsetzung lange dauern. Diese Zeit haben wir nicht.

    Die Struktur ist nicht auf die Menge ausgelegt. Wenn ich mir unseren Kreis ansehe: Jahr 2010 ~60 Piraten im Jahr 2013 ~ 200 Piraten.

    Um konkret und sofort etwas ändern zu können, wären folgende Information recht interessant. Exakte Angaben sind nicht erforderlich.

    - Wieviele Tickets kommen täglich rein?
    - Aufteilung nach Absender: KV – vKV (Menge)
    - Top 5 der Gründe.

    Der Ablauf der Aufnahmen ist imho auch recht.. überarbeitungswürdig…
    IST:
    Aufnahme geht bei LV ein und wird erfasst. Info an Kreis, Bestätigung durch Kreis, Versand Zahlungsaufforderung, Geldeingang LV, Übernahme der Daten als Mitglied..
    Was spricht gegen:
    Aufnahme geht beim LV ein, wird durch KV bestätigt, Zahlung geht an KV und KV übernimmt die Daten als Mitglied in die DB.
    Hat den Vorteil, dass die KVs die neuen Leute “an die Hand nehmen” können..

    Just my 5 Cents

    Grüße

  5. Fulleren sagt:

    Ohne Zweifel, macht der Vorstand im Moment viele Dinge, die nicht vom Vorstand gemacht werden müssten. Allerdings ist deine Einschätzung der AGs etwas optimistisch.
    Die AG Technik z.B. hat seit letztem Sommer fast die Hälfte der aktiven Mitglieder verloren.

    Eine brauchbare Faustregel ist, dass man etwa/mindestens 15% der Arbeitsleistung einer Gruppe für Verwaltungs-, Organisation- und Repräsentationsaufgaben benötigt.
    Bei ca. 6000 Piraten wären das etwa 900.
    Wir versuchen es mit 9 LaVos, ca. 20 * 5-7 KVos und ca. 35 * 3 (?) Büropiraten und noch ein paar Aktive in AG Technik, Events, Schnittchen und ÖA (Entschuldigung an alle die ich vergessen habe!). Das sind zusammen nur etwa 300 Leute.

    Wir brauchen mehr Leute, ob man das über AGs, Bezirksverbände, KVs oder OVs oder vielleicht noch ganz anders macht, ist eigentlich egal.

    Allerdings: Der Lohn des Ehrenamts ist die Ehre und damit tun sich Piraten scheinbar schwer.

  6. [...] In den letzten Tagen ist viel passiert. Viel dummes, was so nicht hätte sein müssen. Gelegen hat es an mit Arbeit überfrachteten Vorständen die viel machen und denen dabei nun mal auch Fehler unterlaufen.  [...]

  7. Dietrich Singh sagt:

    Alles könnt ihr natürlich nicht delegieren, aber es ist der Schritt in die richtige Richtung.

    Der Vorstand muss überlegen, welche Aufgaben er an welche AG, Bezirk, Kreis delegiert und was er selber macht.

    Die wichtigsten Themen müssen schon bei euch bleiben. D.h. Ordnungsmaßnahmen, denn ihr seid für das gute Zusammenarbeiten in der Partei verantwortlich, Finanzen, Wahlen, Verträge eigentlich alles, wo ihr die Partei nach außen vertreten müsst, denn dafür seid ihr gewählt worden.

    Bei allen anderen Angelegenheiten, die nur im Innenverhältnis wirken, könnt ihr dies beruhigt auf mehrere Schultern verteilen.

    Grüße
    Dietrich

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