Das war die Open Mind 2010

Vergangenes Wochenende war ich auf einer von Piraten organisierten Konferenz namens Open Mind. Es ging auf dieser primär um die Frage, welches gemeinsame Gesellschafts- und Menschenbild uns Piraten verbindet. Ich habe mit dem AK Arbeit & Soziales NRW dort ebenfalls einen Slot gehalten, in dem wir kurz die aktuelle Lage der Sozialpolitik sowie unsere Gedanken dazu schildern wollten.

Diese Veranstaltung hat mich sehr tief beeindruckt. Wir Piraten, bzw. zumindest die Anwesenden, haben an diesem Wochenende extrem hochwertigen Beiträgen von den unterschiedlichsten Referenten gelauscht und darüber auf einem sehr hohen Niveau diskutiert. Besonders beeindruckt haben mich die Beiträge von Jean-Pol Martin über sein von der Maslowschen Bedürfnispyramide abgeleitetes Menschenbild und der direkte Vergleich des Individuums mit Neuronen.

Weiterhin fand ich es erstaunlich und bemerkenswert, das trotz aller (aus sozialer Sicht) Abstraktheit der Themen doch immer wieder ein Bezug zu sozialer Sicherheit herzustellen war, spätestens in den Diskussionsrunden die nach jedem Thema auf sehr hohem Niveau stattfanden. Als bestes Beispiel empfand ich hier das Plädoyer NineBerrys für einen Wandel der Gesellschaft zu mehr Toleranz, welcher aber bedingt das sich alle auf Augenhöhe begegnen.

Mein persönliches Highlight war allerdings der Diskussionsverlauf während des Vortrags von Peter Plöger, der den Wandel des Arbeitsmarktes beleuchtete und sehr gut und nachvollziehbar auf Chancen und Risiken einging. Auch hier wurde klar, das ohne ein Stückchen Sicherheit aus Freiheit schnell ein totaler Absturz werden kann.

Wir vom AK Sozi belegten einen der beiden letzten Slots, was sich leider etwas negativ auf die Besucherzahlen (auch bei der Nachbarveranstaltung) auswirkte. Da wir hauptsächlich diskutieren wollten war unser Vortrag recht kurz gehalten, die Diskussion hernach aber äusserst fruchtbar und ergiebig. Das Resultat ist klar: Die Piraten brauchen eine Vision für den Sozialstaaat der Zukunft, anders lässt sich die Gesellschaft nicht zum positiven formen.

Alles in allem also eine extrem positive und runde Sache. Mein tiefster Dank gilt den Organisatoren, das sie das Risiko und die Arbeit aufgenommen haben so eine tolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Wir sehen uns auf jeden Fall auf der #om11 wieder!

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